Dordogne
Die freien Tage über Pfingsten wollten wir wieder mit Kanufahren verbringen. Nach dem wir jede Menge Informationen über in dieser Jahreszeit geeigneten Flüsse studiert hatten, entschieden wir uns für die Dordogne. Freunde von uns sind bereits dort gewesen. Da sie ebenfalls über einige Jahre zuvor über Pfingsten dort waren und uns berichteten, das so früh im Jahr dort noch nicht viel los ist, bestärkten sie uns in unserem Vorhaben. Mittlerweile hatte Schwägerin und Schwager mit ihren zwei Jungs erklärt das sie gern mitfahren würden. Für 11 Personen war allerdings nicht genug Platz in den vorhandenen Kanus. So haben wir etwas umdisponiert. Da uns noch Großschlauchboote zur Verfügung stehen und in so einem Boot alle locker Platz haben wurde aus der Gepäckfahrt mit Kanus eine ganz gemütliche Familienschlauchbootfahrt.
1.Tag Anreise
| Vom ADAC haben wir die Fahrstrecke ausarbeiten und uns mit Karten versorgen lassen. Die lange Fahrt von etwa 1300 km über Clermont . Ferrand dauerte etwa 15 Stunden. Da wir die ganze Nacht durchgefahren sind erreichten wir unser Ziel am frühen Morgen. Um nach dieser Mühe etwas zu relaxen, hatten wir Beaulieu als ersten Übernachtungsplatz eingeplant. Der auf der Insel in der Ortsmitte gelegene Platz ist wirklich sehr schön und mit allem ausgestattet. Wie zu erwarten war so ziemlich alles frei und wir haben uns einen Platz direkt am Wasser zum Zelten ausgesucht. Bei ( noch ) strahlendem Sonnenschein kam echtes Urlaubs- gefühl auf. Die erste Etappe sollte von Argentat bis zum Campingplatz führen und am nächsten Tag sollte es vom CP bis Carennac weitergehen. So war nur einmal Campaufbauen nötig. Da die Entfernungen von CP zu CP auf der Straße recht kurz sind war das Umsetzen bzw. Abholen mit zwei Autos unproblematisch. Einkaufen etc durch die zentrale Lage des CP in wenige Minuten zu erledigen. |
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2.Tag Argentat - Beaulieu
Gegen 10.00 Uhr sind wir Richtung Argentat gefahren. Wir haben allerdings nicht in Argentat eingesetzt, sondern kurz vor dem Ort. Hier war direkt am Ufer ein sehr gut geeigneter Platz zum Bootaufbauen. Dummerweise hatte ich die großen Ventile des Bootes in Beaulieu liegen lassen. Also noch mal hin und hergefahren. Leider hatte es zwischenzeitlich zu regnen begonnen. So fand der Start zu dieser Urlaubsfahrt unter erschwerten Bedingungen statt. Aufgrund des guten Wasserstandes konnten wir uns gemütlich treiben lassen. Die Strömung war recht flott. Allerdings ist es mir rätselhaft, das in vielen Flussbeschreibungen von ebenso häufigen Kenterungen die Rede ist. Auch mit einem normalen Kanadier oder Kajak dürfte die Befahrung des Flusses kein Problem sein. Einige Kehren sind sicherlich etwas enger. Aber keine einzige war über WW 1 anzusetzen. Natürlich kann sich dies bei verändertem Wasserstand ändern. Nach zwei Stunden hatte auch der Regen aufgehört und es wurde eine schöne Etappe. Die letzten Kilometer vor Beaulieu beginnt der Rückstau des Wehres. Da hier kaum Strömung ist, waren nun Paddelaktivitäten gefordert. Das Boot haben wir dann am rechten Ufer und über den kleinen Verbindungssteg auf den Campingplatz getragen.
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3.Tag Beaulieu - Carennac
Morgens früh wurde das Camp abgebaut. Wir haben dann alles zum nächsten CP in Carennac gebracht. "L ´Eau Vive". Hier waren wir die ersten Gäste. Der Platz befand sich noch im Umbau. Wir haben alles aufgebaut und sind dann nach Beaulieu retour gefahren. Start gegen 12.00 Uhr. Heute wurden wir von der Sonne verwöhnt und die Fahrt war wiederum recht flott und landschaftlich abwechslungsreich. Unsere Pausen haben wir auf Kiesbänken gemacht. Der Wasserstand war etwas gesunken. Ein Naturwehr, mehr ein Blocksteinwurf, lies sich gut überfahren. Bei einigen Gehöften bzw. Orten konnten wir die riesigen Stapel von Kanus sehen. Kaum vorzustellen was hier im Sommer los sein muss. Daher kann man jedem nur empfehlen die Vorsaison zu nutzen. Die Preise bei den CPlätzen waren eigentlich immer verhandelbar. Im Schnitt 2 Euro Erwachsener und 1 Euro Kinder. Da die Sonne noch schien sind wir das Wehr auf Höhe des CP einige Male runter gefahren. Bei höherem Wasserstand wäre es sich etwas lustiger gewesen. Aber so war es auch ganz nett. Zum Abend hin wurde das Wetter schlechter und es hat die ganze Nacht hindurch kräftig geregnet. Da auch der Morgen recht trüb war haben wir beschlossen einige Besichtigungen zu machen. Entlang des Flusses liegt alle paar Kilometer ein Schloss oder eine Burg. Zum Teil verfallen, aber auch einige sehenswert.
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Da wir noch sehr früh in der Saison unterwegs waren, hatte man uns gesagt, das noch nicht alle Schlösser und Burgen geöffnet sind. Und in der Tat : Das erste Chateau war noch geschlossen. War also nichts. Aber kein Problem. Das nächste Schloss war nur wenige Kilometer entfernt. Das Chateau de Castelnaud. Der Eintrittspreis enthielt die Burgführung mit. Wir haben bei der Führung mit einer wenigstens zweisprachigen Führerin gerechnet. Aber die gute Frau sprach nur Französisch. Für mich, der ich das erste Mal in Frankreich unterwegs war, eine negative Erfahrung. In allen Gaststätten, späteren Besichtigungen usw. wurde ausschließlich Französisch gesprochen. Das kenne ich aus anderen Ländern. z.B. Kanada oder wie 2005 Kroatien anders. Hier wird immer mehrsprachig geführt und auch beim Bestellen in den Gaststätten muss man nicht Risiko spielen.
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4.Tag
Besichtigungen Chateau und Gouffre de Padirac.
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Eine Besichtigung des Gouffre kann man jedem nur empfehlen. Bereits die Fahrt mit dem Lift hinunter ist schon interessant. Die Ablagerungen in den Höhlen sind wunderschön. Einen Teil des Weges in dem Höhlensystem legt man mit dem Boot zurück. Das Wasser ist unglaublich klar. Zum Schluss wird dann das obligatorische Foto gemacht. 15,-Euro sind allerdings nicht gerade ein Sonderangebot. Natürlich wurde auch hier nur französisch gesprochen. |
5.Tag
Carennac - Campingplatz La Riviere Nähe Meyronne
Die Etappe begann mal wieder mit Regen. Gegen Mittag hin wurde es aber dann doch wieder schön. Vielleicht nicht so warm wie wir es eigentlich erwartet hatten aber doch so, das wir die Regensachen ablegen konnten. Der CP war erst einen Tag geöffnet. Wieder waren wir die einzigen Gäste. Im Gegensatz zu den anderen CP war dieser sehr stark bewachsen und relativ feucht. Daher gab es jede Menge Mücken. Und wir sind am nächsten Tag sehr früh aufgebrochen. Mittlerweile änderte sich auch die Landschaft. Mehr felsig und Steilufer.
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6.Tag
La Riviere - CP Le Perpetuum Nähe Domme
Diesen CP haben wir durch Zufall entdeckt. Da die CP im Bereich der Strassen noch geschlossen waren hat uns ein älterer Herr dorthin geschickt. Der Platz liegt linksseitig der Dordogne. Man hat Sicht auf Domme. Es ist ein wirklich schön angelegter Platz mit allen Extras. Sehr sauber und auch preiswert. Man konnte abends Bestellungen aufgeben. Am nächsten Morgen wurden die Dinge dann angeliefert. Ein große Wiese direkt am Fluss und die Möglichkeit offenes Feuer anzumachen rundeten den guten Gesamteindruck ab. Dieser Platz wäre sehr gut als festes Standquartier geeignet.
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7.Tag
CP Perpetuum - Beynac
Aufgrund des nun endlich wirklich warmen Wetters haben wir unsere letzte Etappe am heutigen Tag gemacht. Die geplanten Besichtigungen wurden auf den morgigen Tag verschoben. Dieses war die schönste Etappe. Steilufer, leichte Strömung die uns langsam an den kleinen Orten direkt am Fluss vorbeitrieb. Zweimal haben wir an der Kaimauer angelegt und haben in den Orten eine kurze Pause eingelegt.
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8.Tag
Besichtigungen Domme und die Grotten Lacave.
Domme ist eine kleine Stadt hoch oben auf einem Felsen. Kleine Gassen und ein toller Rundblick von der Festung. Die Grotten Lacave sind ebenfalls ihren Eintritt wert. Hier wird mit einer kleinen Bahn einige Kilometer in den Berg hineingefahren. Die besonders interessanten Formationen werden beleuchtet und man glaubt sich in einer Märchenwelt.
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9.Tag
Besichtigung Rocamadour und Relaxen am CP
Auch die Fahrt nach Rocamadour lohnt sich. Die Burg war allerdings geschlossen. Wie haben dann zum Schluss noch La Roque ST.Christophe besichtigt. Hoch über der Stadt in den Fels gehauen liegen die Reste eines alten Forts. Es ist über diverse Treppen zu erreichen. Am letzten Abend wollten wir dann Essen gehen. Wir sind in La Roque eingekehrt. Den Namen der Gaststätte habe ich leider vergessen. Das Essen wäre es wert gewesen es zu vergessen. Absoluter Touristenfraß und nur teilweise warm Obwohl sich nur wenig Personen in der Gaststätte aufhielten haben wir fast 1 Stunde auf das Essen gewartet. Da hier natürlich auch alles in Französisch in den Speisekarten stand und keiner der Bedienungen Deutsch oder Englisch verstand oder verstehen wollte, mussten wir tippen. Ich habe eine Dose weiße Bohnen mit einige Wurststückchen und etwas Speck erhalten. Kostenpunkt 18,-Euro !! Ein Freund erklärte mir später in Deutschland das dieses Gericht eigentlich eine Delikatesse sei.
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10.Tag
Alles in allem war es schon ein schöner Kurzurlaub.
2005 geht es über Pfingsten nach Kroatien zu den "Winnetou Flüssen" Cetina und Krka.