Hess River / Yukon Territory

 

Ein abwechslungsreicher echter Wildfluss , der in den Selwyn Bergen an der Grenze zu den N.W.T entspringt. Erreichbar nur mit dem Wasserflugzeug oder über eine schwere Tour vom South Mac. Hierbei muss stromaufgetreidelt und dann lange portagiert werden. Üblicherweise wird der Hess vom Porter Lake aus in  Angriff genommen. Unter Umständen wäre auch der Niddery Lake als Einsatzort nutzbar. Bei andauerndem Schlechtwetter und Unmöglichkeit zum Keele Lake zu gelangen hatten wir dies als Notlösung ins Auge gefasst. Als wir den Creek vom Niddery Lake beim Vorbeifahren auf dem Hess sahen, konnten wir froh sein , das uns dies erspart worden war. Ein mickriger, kleiner Bach mit sowenig Wasser das wahrscheinlich die gesamten Kilometer, etwa 4-5, vom See bis zum Fluss portagiert werden müssen. Ganz davon abgesehen, das der schönste Teil der Fahrt dann verpasst würde.  Es sind  im Jahr sehr wenige Personen die den Hess befahren. Dieses Jahr mit uns drei Gruppen. Daher gibt es kaum Befahrungsunterlagen. Bei den wenigen Informationen die es gibt sind einige sehr alt. Aufgrund    des ständig wechselndes Wasserstandes sind auch diese Informationen und ganz besonders die Bemerkungen über Befahrbarkeit und Treidelstellen mit großer Vorsicht zu genießen. Der Hess hat viele Stellen im Bereich WW 2  sowie 2  3er und 1 4er Stelle. Wobei auch hier der Wasserstand natürlich zu Veränderungen führt. Aufgrund der extrem abgelegen Route ist es von großer Wichtigkeit alle Stellen sorgfältig zu scouten und im Zweifelsfall eine Portage in Kauf zu nehmen. Mit Hilfe  ist in dieser Region nicht zu rechnen. Dazu  kommt eine Wassertemperatur von nie mehr als 6 Grad !! Wir entschlossen uns nicht den üblichen Weg zu  nehmen sondern wählten als Start den Keele Lake. In knapp 1000 Metern Höhe gelegen. Ein traumhaft schöner Bergsee direkt unterhalb des mit Gletschern bedeckten Keele Peak. Mit fast 3000 Metern einer der höchsten Berge   in der Region. Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit haben wir neben dem Polarlicht und dem Indian Summer während der Tour so gut wie keine Mücken gehabt. Für mich einen völlig neue Erfahrung. Ebenso neu für mich das die Fahrt mit insgesamt 9 Personen durchgeführt wurde.  Ich reise normalerweise immer alleine . Endziel der Fahrt auf etwa 450 Metern Höhe gelegen der kleine Ort Mayo. Gesamtstrecke etwa 430 KM.
 

 
         
         
21.08        
Da im Laufe der Jahre mehrfach Probleme mit Sperrgepäck beim Umladen in Frankfurt aufgetaucht waren, entschlossen wir uns von München nach Frankfurt zu fahren und dort direkt einzuchecken. Die gute Frau am Schalter war angesichts des Berges von Ausrüstung echt im Stress. Insgesamt 24 Packsäcke sowie 2 offizielle Faltbootpakete und ein Hund mussten eingecheckt werden. Nach einigen Problemen ging es dann aber doch zügig über die Runden. Um Zeit und      natürlich auch Geld zu sparen wurde bereits in Deutschland ein ungefährer Speiseplan entworfen und alles dann hier noch eingekauft. Um die Anreise möglichst preiswert zu gestalten hatten wir uns zu folgendem Ablauf entschlossen. Gemeinsamer Flug nach Whitehorse. Hier wurden wir von Michael Simon abgeholt.  Michael betreibt seit Jahren in WH ein Outfittergeschäft. Bereits um 15.00 Uhr saßen wir im Bus und fuhren zu sechst zum Sheldon Lake. Von hier sollten wir      am nächsten Tag eingeflogen werden. Die Fahrt dauert unter günstigen Voraussetzungen etwa 8 - 10 Stunden. Da ab Ross River nur eine Gravel Road existiert  kann vor allem bei Regen die Fahrt erheblich länger werden. Kerstin, Michael und Lukas sollten die noch erforderlichen Einkäufe machen und am nächsten Tag     mit dem Flieger nachkommen. Mit uns gefahren ist Mike. Er wohnt in WH und nutzte die Gelegenheit um mit uns zum Keele Lake zu fliegen. Von hier aus wollte    er einige Bergtouren machen und dann ebenfalls den Hess befahren. Nach 10 Stunden Fahrt mussten dann die Zelte  im Regen und im Dunkeln aufgestellt werden.
         
   
         
 

 
22.08  + 23.08

Eigentlich sollten wir um 10.00 Uhr eingeflogen werden. Leider hat es dauernd geregnet und aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse kam der Flieger mit der zweiten Crew erst am späten Nachmittag. Das Warten auf Flugwetter dauerte noch einen weiteren Tag. Erst gegen 15.00 Uhr entschied Trevor, unser Pilot die erforderlichen drei Flüge zu machen. Der etwa 45 min dauernde Flug zum Keele Lake war einfach grandios. Innerhalb von Minuten klarte der Himmel völlig auf   und gewährte uns eine Traumsicht in die Täler und Weite des zu überfliegenden Gebietes. Dann tauchte der Keele Lake auf. Ein absoluter Postkartensee. Nach sicherer Landung flog Trevor sofort wieder ab um die anderen zu holen. Wir nutzten die Zeit von etwa 1,5 Stunden bis die nächsten Gruppe kam um das Lager vorzubereiten. Am Keele Lake befindet sich ein Jagdcamp. Wir haben den Platz genutzt um hier unsere Boote aufzubauen und die Nacht zu verbringen. Der   Abend verging mit Lagerfeuer und einem phantastischen Blick auf die Berge. Diese waren am nächsten Morgen mit einer leichten Neuschneedecke überzogen.     Die Temperaturen nachts lagen bei etwa 0 Grad.

         
 

 
         
24.08

Nach dem Frühstück wurde die Ausrüstung verpackt. Bei 9 Leuten dauert es halt und so sind wir erst gegen 14.00 Uhr gestartet. Der Keele Creek ist trotz des hohen Wasserstandes recht flach und sehr stark ver-blockt gewesen. Häufige Bodenkontakte waren unvermeidbar. Nach 1 Stunde ist mein Grey Owl Paddel beim Abstoßen von einem Block einfach der Länge nach im Blatt gespalten. Kurz drauf sind Wolfgang und Stefan mit ihrem Boot auf einem Felsen aufgesessen und das extrem scharfkantige Gestein hat den Ally auf etwa 20cm durch die Bodenplane und die Matte aufgeschlitzt. Schöner Anfang. Also nach 1,5 Stunden die erste Reparatur. Allerdings blieb es bei diesem Malheur. Durch die Mäander des Keele blieben die Berge noch stundenlang im Blickfeld. Nach 4 Paddelstunden und dem Überqueren eines kleinen Sees erwartete  uns am Abfluss desselben die erste Portage. Nach umfangreichem Scouten der ganzen Stelle wurde der Entschluss dazu gefasst. Bei der schnellen Strömung, der starken Verblockung sicher die richtige Entscheidung. Die Portage war etwa 800m lang und ging über Stock und Stein. Nachdem alles wieder in  den Booten verstaut war ging die Fahrt weiter. Allerdings nur etwa 1 km. Dann war wieder Schluss. Eine kleine Schlucht mit sehr starkem Gefälle und starker Verblockung ließ keine Befahrung zu. Zusätzlich ragten einige Baumstämme weit in den Flusslauf hinein. Portagieren gestaltete sich aufgrund der Uferbeschaffenheit sehr schwer. Also wurde getreidelt. In all den Jahren der Paddelaktivitäten war dies mit Abstand das schwerste Treideln was ich je mitgemacht habe. Ich habe zum Glück meinen alten recht dicken Neoprenanzug mitgehabt. Also wurde im Wasser stehend, zum Teil mit Sicherung ein Boot nach dem anderen Stück für Stück, Kehrwasser für Kehrwasser nach unten verbracht. Zusätzlich wurde die ganze Aktion durch extrem glitschige Steine erschwert. Mehr als einmal sind wir ausgerutscht und gestürzt. Dies wiederholte sich während der ganzen Fahrt. Während wir überlegten, wie wir die Boote  die letzte Sektion runterbringen setzte sich Wolfgang auf das Heck eines Ally, die nackten Beine mit kurzer Hose ins 5 Grad kalte Wasser und sauste das Boot ausbalancierend das letzte Stück einfach runter. Hammerhart! 3 Boote  hat er so runtergebracht. Das vierte dann Thomas auf gleiche Weise. Allerdings musste selbst Wolfgang  dann erst mal aufgetaut werden. Da ein Ende der Tortur nicht abzusehen war, die Uhr mittlerweile 21.00  Uhr zeigt nutzten wir die nächste Kiesbank zum Lageraufbau. Michael hat trotzdem noch ein Superessen fertigbekommen. Danach nichts wie ab in den Schlafsack.

 

 
 
 
 
   
 

 
 
 
 
 
   
 

 
 
 
 
 
   
 

 
 
 
 
         

 

 
   
   
   
   
   
   
         
         

 

 

 

  25.08

Weiteres Erkunden des letzten Teiles des Keele Creek bis zur Mündung in den Hess ergab eine unfahrbare und schwer treidelbare Strecke. Also stand uns eine etwa 1 km lange Portage  bevor. Stellenweise sumpfig, nur gelegentlich nutzbarer Trampelpfad führte dazu, dass wir bis zum Nachmittag mit dem Schleppen beschäftigt waren. Etwa 45 min pro Strecke. Zur Kenntlichmachung des Weges wurde etwas von unserem kostbarsten Besitz (meiner Meinung nach ) geopfert. Toilettenpapier. Der Marke entsprechend erhielt der Pfad den Namen "Happy Trail".  So richtig happy waren wir verständlicherweise während der Portage  allerdings nicht. Bei  der letzten Runde wurde es natürlich wieder entfernt.  Kurz vor der Einmündung in     den Hess fanden wir einen sehr schönen Platz auf einer kleinen Wiese. Daher wurde hier das Lager aufgeschlagen. In der Nacht sanken die Temperaturen auf -5 Grad. Die ganze Nacht waren Polarlichter       zu beobachten.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

         
26.08        
Gegen 10.00 Uhr wurden die letzten 500m zum Hess in Angriff genommen. Die Mündung des Keele liegt unmittelbar unter der mehrere hundert Meter langen  WW-4er Stelle, die es zu bewältigen gilt, wenn man den Weg vom Porter Lake den Hess hinunter wählt. Für uns galt es bereits nach 300 m wieder auszusteigen und zu scouten. Die etwa 300 m lange 3er Stelle ließ sich dann aber gut fahren und wir haben die rasante Fahrt wirklich genossen. Bereits hier zeigt sich, wie problemlos sich die Ally, sowohl die drei 18er Expedition als auch der 16,5er Tour trotz voller Beladung im WW manövrieren lassen. Bodenkontakte mit den   hier relativ rund geschliffenen Steinen hinterließen keine nennenswerten Spuren an den Booten. Die nun folgenden  km waren max im WW 2er Bereich und wir fanden dann auf einer sehr schönen Kiesbank einen tollen Platz. Mehrere Graylings (arktische Äschen) konnten unseren Ködern nicht widerstehen und landeten     in der Alufolie. Mit frischem Bannock und dem üblichen Feuer klang ein super Tag aus.
         

 

 

         
27.08        
Heute ging es über mit leichtem WW max. 2 bis zum Elmer Creek. Die einzige WW3er Stelle etwa 500m nach dem Zeltplatz morgens ließ sich problemlos    fahren. Gegen 18.30 Uhr wurde die Etappe auf einem guten Platz in einem kleinen Canyon beendet. In der Nacht , mit knapp unter 0 Grad auch recht frisch.   Auch in dieser Nacht beobachteten wir wieder jede Menge Polarlicht.
         
 

 

         
28.08        
Heute gab es den ersten wohlverdienten Ruhetag. Super Wetter. Der Tag wurde zum Brotbacken, Beerensammeln, Erholen genutzt. Die Beeren verarbeitete Wolfgang kurzerhand zu Marmelade. Geschmack : Spitzenklasse. Die Ruhetage wurden von Wolfgang ebenfalls zum Anfertigen von Schalen mit Deckel aus Birkenrinde genutzt. Die Beiden sahen super aus. Wir haben schon befürchtet, das man am Zoll auf die " Native Handarbeitserzeugnisse" Einfuhrgebühren verlangt. Dies trat dann aber nicht ein.
         
 

 

         
29.08        
Die 50 km bis zum Emerald Creek wurden ohne Problem zurückgelegt. Einige WW2  Stellen sorgten für eine abwechslungsreiche Fahrt. Auch das Wetter spielte wieder mit. Für die Brotzeiten wurden die Boote meist zusammengebunden und so ließen sich 5-6 km gemütlich treibend rücklegen. Bei 10 gerechneten Pausen sind dies immerhin etwa 50 km, also fast ein Paddeltag, den man auf diese Weise gewinnt.

 

 

 
 
 
 
 
 
 
     
     

  30.08 + 31.08

10.30 wieder gestartet. Der heutige Tag begann mit einer schweren WW3er Stelle bereits 500m nach dem Start. Wolfgang, Stefan und Joni haben leider nicht die optimale Linie erwischt und  sind gekentert. Die Rettungsaktion lief natürlich wie geschmiert. Da auf jedem Boot zumindest ein Wurfsack vorhanden war.   Nur wenige Momente nach dem unfreiwilligen Bad, im nur etwa 5 Grad kalten Wasser, waren Mannschaft und Boot geborgen. Sofort trockene Klamotten, heißer Tee und die Sache war ausgestanden. Hier konnte man wieder einmal beobachten, wie wichtig es ist die Ladung im Boot sauber unterzubringen und zu verzurren. Die eingedrungene Wassermenge war relativ gering. Die in den Transportsäcken eingeschlossene    Luft wirkt als Auftriebskörper und die Bergung des Bootes ist relativ einfach. Nach dem Emerald Canyon  (WW 2) ändert sich der Hess. Der Fluss wird erheblich breiter, die Hügel sanfter,  voll bewaldet und die Strömung wird etwas langsamer. Aber immer noch etwa 8 Km/h. Am Ende der heutigen, mit etwa 75km  sehr langen, Etappe wartete noch der Hess Canyon auf uns. Während eines mehrstündigen Regens haben  wir die WW Stellen noch gefahren, bzw. getreidelt. Gegen 20.00 Uhr war unmittelbar nach    den WW Stellen dann Schluss. Sonntag war Ruhetag

 

 
 
 
 
   
   

 
 
 
 
   
          01.09 + 2.09

Der leichte Regen am Morgen ließ bis Mittag nach. Zu der flotten Strömung kam noch recht starker Rückenwind. Mit einem Durchschnitt von 10 Km/h, vom GPS angezeigt, waren wir schon gegen 18.00 Uhr 75 Km weiter. Dann konnte man bereits das Donnern der als Metusa bezeichnete Stromschnellen hören. Aufgrund des hohen Wasserstandes und der Strömungen etwa 3+. In Deutschland wäre es einen Versuch wert gewesen. Aber angesichts unsere Position wollten wir kein Risiko eingehen. Somit war wieder mal schleppen angesagt. Gut zwei Stunden dauerte die Aktion. Der Höhepunkt war das Abseilen der Ausrüstung den letzten Steilhang hinunter. Etwa 300m nach der Portage fand der anstrengende Tag sein Ende. Da wir mittlerweile sehr sicher im Zeitplan lagen war wieder ein Ruhetag angesagt. Mit Feuerholz gab es eigentlich nie ein Problem.

 

 

         
         
3.09 + 4.09        
Die letzten 30 km auf dem Hess wurden mit einem wunderschönen Canyon mit leichtem WW, bei Sonnenschein abgeschlossen. Entgegen vielen Berichten war die Strömung des Stewart sowohl nach der Einmündung des Hess als auch bis zu den Fraser Falls flott. Laut GPS erreichten wir bis zu 13 km/h. Natürlich ist der Stewart erheblich breiter, mehr Gegenwind, landschaftlich ähnlich dem Yukon. Im Verhältnis zum Hess regelrecht langweilig. 74km lang war die heutige Etappe   insgesamt bis zum Platz auf einer Kiesbank. Lagerplätze sind eigentlich egal ob auf dem Hess oder Stewart immer leicht zu finden. Der Indian Summer war hier in flacheren Regionen noch nicht so weit fortgeschritten. Auf der gesamten Fahrt waren Biber anzutreffen. Aber auf diesem Platz randalierten die lieben Tierchen die ganze Nacht. Jede Menge Zeit, daher ein Ruhetag. Wie immer Brotbacken und relaxen.
         
 

 

         
5.09        
Über die Etappe vom Zeltplatz bis zu unserem Ziel, der alten Siedlung Nogold gibt es nichts Aufregendes zu berichten. Die Häuser dort werden genutzt. Man hat für Flussfahrer extra eine Art Shelter errichtet. Mit der Bitte nur diesen zu benutzten und die Häuser in Ruhe zu lassen. Von der Siedlung konnte man bereits die ersten Stromschnellen des Stewart, die 5 Mile Rapids hören und sehen. Durch dichten Morgennebel konnten wir erst am späten Vormittag losfahren.
         

 

 

         
6.09 + 7.09        
Die 5 Mile Rapids erwiesen sich im als im Hauptzug nicht fahrbar. Aber es gab eine gute Umfahrung am  linken Ufer entlang. Somit blieb uns eine Portage erspart. Die kurz darauf folgenden 3 Mile Rapids ließen sich allerdings super fahren. Wie schon einmal erwähnt, darf man die Beschreibungen wirklich nur als Anhalt nehmen. Nie drauf verlassen. Auch hier wieder einmal beeindruckend wie die Boote die hohen Wellen  locker meistern. Im Verlauf so einer Tour steigert sich    das Vertrauen in die Boote natürlich immer mehr, immer höhere Herausforderungen werden angegangen. Bei den Fraser Falls war natürlich nichts zu machen.  Hier quetscht sich der Stewart durch eine beeindruckende Schlucht. Es ist kein Wasserfall im eigentlichen Sinne. Mit einem Raft soll er schon befahren worden sein. Wir nutzten die Portage. Im Verhältnis zu den Portagen am Hess eine regelrechte Autobahn über etwa 800 m. Etwa 6 km nach den Falls fanden wir wieder einen netten Platz. Hier wurde ebenfalls ein Ruhetag gemacht.

 

 

         
8.09 + 9.09        
Unsere vorletzte Etappe. Der Stewart wird sehr breit und es sind zum Teil Geraden von mehreren Kilometer zu bewältigen. Bei uns kam noch etwas    erschwerend dazu, das der bislang schöne Rückenwind ausgerechnet nun von vorn kam. Also war noch mal richtig reinhauen angesagt. Die Suche nach einem Zeltplatz war nicht einfach und als wir endlich einen gefunden hatten, waren wir auf einmal nur noch etwa 5km von Stewart Landing / Mayo entfernt. Leichter Nieselregen ab und zu.
         
10.9 + 11.9        
Da wir am 10.9 mit Michael um 11.00 Uhr bei Stewart Landing verabredet waren, sind wir morgens früh aus den Federn. Die letzten paar KM gingen ruck zuck vorbei. Nachdem wir Stewart Landing erreicht hatten ging es sofort ans Ausladen der Boote und an das Verpacken der Ausrüstung. Um in Whitehorse etwas mehr Zeit zu haben wurde alles so gut es ging bereits für den Flug gepackt. Michael war fast pünktlich und es ging nach dem Aufladen dann auch direkt nach WH. Dort sind wir gegen 17.00 Uhr eingetroffen. Klamotten beim Riverview ab in die Tiefgarage dann in das Zimmer zur.....Dusche! War ein richtig gutes Gefühl. Die Badeaktionen während der Fahrt fielen ja aufgrund der Wassertemperaturen doch recht spärlich aus. Gegen 20.00 Uhr ging es dann zu Giorgio. Ein sehr gutes Restaurant nah beim Hotel. Mit ein paar Bierchen und einem Riesensteak ging hier sowohl die Tour als auch der Abend zu Ende.

 

 

Resumee der Fahrt :        
 Eine der  wohl landschaftlich schönsten Flussfahrten die es gibt. Es dürfte nur ganz wenige vergleichbaren Flüsse geben. Wer den Keele Lake als Einsatzort wählt, hat noch die Möglichkeit einige Bergtouren  zu machen. Der Keele Peak bietet sogar Gletscher. Auf dem Hess sind viele WW- Strecken zu bewältigen. Rechtzeitiges, sorgfältiges Erkunden ist unabdingbar. Je nach Wasserstand und Können der Flussfahrer gibt es zum Teil lange und anstrengende Portagen. Fischen ist im Hess gut möglich. Allerdings sollte man nicht zu oft Fisch einplanen. Ausreichend Lebensmittel müssen mitgeführt werden. Aufgrund der körperlichen Anforderungen haben wir unsere Vorräte ziemlich genau komplett verbraucht. Aufgrund der schwierigen und ziemlich teueren Anreise/Einfliegen und Organisation wird der Fluss nur sehr selten befahren. Es gibt keinerlei Siedlungen im weiten Umkreis. Mit Hilfe ist nicht zu rechnen. Daher ist eine hervorragende Ausrüstung erforderlich. Umgehen mit derselben sollte man natürlich auch können. Der Stewart ist dem Yukon ähnlich, natürlich nicht so extrem breit. Ein Befahrung wäre vielleicht für jemanden interessant, der eine gemütliche, einsame Fahrt sucht. Sicher auch gut  für Familien geeignet und wer keine anderen Kanuten treffen möchte. Hier auf Stewart ist dies sicher garantiert. Allerdings ist auch hier das  Erreichen möglicher Einsatzstellen nicht gerade billig.
         
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