Pelly River
Einer der größten Zuflüsse des Yukon.Er wurde von seinem Entdecker Robert Campbell zuerst für den Hauptstrom gehalten.Da in seinem Tal keine nennenswerten Bodenschätze gefunden wurden,ging die rasante Entwicklung die der Yukon machte an ihm vorbei.Alte Siedlungen oder Blockhütten sind eher selten.Seine Täler und Berge sind für ihren Wildreichtum bekannt.Ich habe während der Fahrt Grizzly,Schwarzbären verschiedener Colour,Elche,Adler sowie einen großen Wolf zum Teil aus der Nähe beobachten können.Der Pelly ist bei weitem nicht so stark frequentiert wie der Yukon. Ich habe bis Fort Selkirk nur zwei andere Gruppen gesehen.Natürlich hat das auch den Nachteil bei einem Notfall ist Hilfe nicht so leicht zu bekommen wie eben auf dem Yukon,wo ständig irgendwelche Personen unterwegs sind. Wer eine einsame ruhige Tour in schöner Landschaft ohne andere Kanuten wünscht ist hier richtig.Da die sogenannten Stromschnellen eher einfach sind ist diese Tour auch für Familien und Anfänger sicher gut geeignet.Gut erreichbar ist der Fluß über die Canol Road.Üblicher Einsatzort ist Ross River.Aber auch Faro ist möglich.Als Output bietet sich für eine kurze Fahrt Pelly Crossing an.Oder die lange Tour bis Dawson.
1.Tag Transfer WH - Ross River
Leider bin ich erst mit einem Tag Verspätung nach Ross River gebracht worden. Die Abmachung die ich mit dem Vermieter getroffen hatte,ist diesesmal einfach nicht ein gehalten worden.Der Transfer hätte normal 500Can$ für mich alleine gekostet.Es wird das Fahrzeug zugrundegelegt.Nicht die Anzahl der Personen.Durch das Hinauszögern meiner Fahrt um einen Tag hat er am nächsten Tag noch 12 Leute,die zum Sheldon Lake wollten,mitnehmen können.Einerseits verständlich andererseits war ich sauer,weil sich der Fahrpreis nur auf 200$ für mich reduzierte.500$ durch 13 Personen sind nun mal 38.50$.Außerdem kam ich erst nachts um 1 Uhr am Fluß an.Also noch für einige Stunden das Zelt aufgebaut und ab in den Schlafsack.
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2.Tag Ross River - Rose´s Location von km 423 - km 335 ca.88 km
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3.Tag Rose ´Location - Outfitter Camp von km 335 - km248,5 ca.86,5 km
Dieser Tag begann wieder mit trockenem,sonnigen Wetter.Der Fluß wurde breiter, mäandrierte immer stärker und die Strömung wurde deutlich langsamer.Von Joe Ladue´s Cabins kurz nach dem Anvil Creek sind nur ein paar alte Ruinen über. Der Platz ist total zugewachsen.Sowohl die Little als auch die Big Fishhook Rapids, vor denen man immer gewarnt wird,sind eigentlich keine Rapids sondern leicht bewegtes Wasser mit gut erkennbaren Stromzungen.Zumindest bei normalem Wasserstand auch für offene,beladene Kanus kein Problem.Die Felsen sind gut zu erkennen.Zur Festlegung der Fahrroute war wieder das Fernglas sehr hilfreich.Kurz nach meiner Pause am Tay River begann aus zu gießen wie aus Kübeln.Daher beschloß ich nur noch bis zum Outfitter Camp weiterzufahren.Das Camp ist schon lange verlassen und die Buden sind Schrott.Dennoch hab ich in der besseren der Beiden übernachtet.Es war trocken und der alte Ofen war noch zu nutzen.Normalerweise hätte ich das Zelt bevorzugt aber bei diesem Regen war es so allemal besser und die Sachen blieben schön trocken
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4.Tag Camp - Blockhaus von km 248,5 - km 190 ca.58,5 km
Die lange Etappe gestern und der starke Regen ließen mich erst am späten Morgen aufbrechen.Nach Erreichen des Earn River schwächte sich der Regen und der Wind dann ab.Bei der Mündung des Tummel River wollte ich eigentlich nach der alten Trading Post schauen.Doch der Regen wurde wieder so stark,daß ich außer einigen Minuten die Beinevertreten hier nicht lange geblieben bin.Ein Stück weiter entdeckte ich am Ufer einen großen ,grauen Wolf.Der hatte die Ruhe weg und ließ mich recht nah herankommen bevor er im Gehölz verschwand.Leider war die Kamera regensicher verstaut.Die Cabin auf der Karte bei km 190 ist auch nur Ruine.Aber hier ließ sich das Tarp gut aufspannen und es lag jede Menge trockenes Holz neben der Hütte.Daher war für heute Schluß.Auch ein Versuch zu fischen war nicht erfolgreich.Geregnet hats die ganze Nacht.
5.Tag Blockhaus - Granite Canyon von km 190 - km 100 ca.90 km
Start frühmorgens,natürlich mit Regen.Dieser ließ erst gegen Mittag nach und dann kam endlich auch mal wieder die Sonne durch.Das hat gleich wieder richtig motiviert.Die Strömung war schwach.Nah am Ufer fahrent sahen der Schwarzbär und ich uns im gleichen Moment.Aber anstelle abzudampfen setzte er sich gemütlich hin,wie ein Hund,und sah mir einfach nur zu während ich an ihm vorbeitrieb.Kurz vor der Mündung des MacMillan liegt auf der linken Flußseite auf einer Anhöhe ein sehr schöner Zeltplatz.Dort war eine Gruppe Natives damit beschäftigt alles für den in Kürze zu erwartenden Lachsrun vorzubereiten.Nach einer Pause und dem üblichen Woher und Wohin bin ich weitergefahren.Mein Ziel war die Hütte,die auf den Karten den Mac aufwärts auf der linken Seiten eingezeichnet ist.Es war eine Stunde kräftige Paddelei gegen die hier gute Strömung des Mac nötig bis ich die Hütte erreichte. Der Zustand ist gut.Sie wird im Winter anscheinend regelmäßig benutzt.Ansonsten gefiel mir der Platz nicht.Zugewachsen und viel Unterholz.Unmengen an Mücken.Also bin ich wieder zurück zum Pelly. Nur wenige km vorm Granite Canyon ist rechter Hand eine Bootsanlegestelle und eine Kiesstraße.Aber auch hier Moskitos jede Menge.Diverse alte Feuerstelle zeugen von Benutzung des Platzes.Mich reizte der angeblich schöne,sandige Platz im Granite Canyon und daher gings noch weiter.Der Begriff Canyon ist hier etwas weit hergeholt.Der Fluß hat sich zwar hier eingeschnitten aber beidseitig ist ein breiter Uferstreifen vorhanden.Und es besteht die Möglichkeit jederzeit gefahrlos durchzufahren.Natürlich wird sich hier je nach Wasserstand der Schwierigkeitsgrad verändern.Alles ist gut einsehbar und so dürfte es hier keine Überraschungen geben.Etwa nach einem Drittel habe ich den Platz auf der linken Seite entdeckt.In der Tat eine wirklich schöne Stelle zum Übernachten.Die Feuerstelle sowie zu Sitzgelegenheiten arrangierten Stämme zeugen auch hier von regelmäßiger Nutzung durch andere Flußfahrer.Durch den Luftzug in der Schlucht war die Temperatur sehr angenehm und es gab nicht eine Mücke.Barfuß laufen und badengehen waren eine schöne Abwechslung nach dem miesen Wetter Tage zuvor.
6.Tag Granite Canyon
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Heute war Ruhetag angesagt.Traumwetter,regelrecht heiss wars.Das Fischen war leider nicht vom Erfolg gekrönt.Zum Abend hin bewölkte es sich wieder und ich habe bis aufs Zelt alles reisefertig gemacht.Mit einem ordentlichen Feuer ging dieser Tag zu Ende.
7.Tag Canyon - Fort Selkirk von km 100 - km 0 ca.100 km
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Das Prasseln des Regens aufs Zelt hat mich dann aus meinen Träumen aufgeweckt.Nach einem guten Frühstück bin ich dann los.Nach einigen Minuten tauchte dann Needle Rock in der linken Flußhälfte auf.Der Felsen ist gut zu sehen und das Vorbeifahren rechts ohne Probleme.Es gibt hier einige Felsen,die entweder knapp überspült sind oder rausschauen.Aber auch diesen kann man gut ausweichen.Die Strömung in diesem Ab-schnitt ist flott.Nach dem engen Tal ist es eine Umstellung direkt nach der scharfen Rechtskurve am Ende Des Canyons breitet sich der Pelly enorm aus und auch die Mäander verschwinden.Es geht zum Teil fast geradeaus.Man hat das Gefühl kaum weiterzukommen.Allerdings wars Wetter wieder besser.Bei Pelly Crossing,eines möglichen Outputs,gefiels mir wieder nicht und ich bin sofort weiter.Der bei km 36 beginnende Bradens Canyon verdient meiner Meinung die Bezeichnung Canyon noch weniger als der Granite.Ursprünglich wollte ich hier übernachten aber mittlerweile goß es wieder mal wie aus Kübeln.Also weiter und da ich mich gut fühlte fiel der Entschluß durchzufahren bis Fort Selkirk nicht schwer.Selkirk habe ich gegen 19.00 Uhr erreicht. Ich war allerdings jetzt doch ordentlich platt.Der Regen mit dem ständigen Gegenwind und der schwachen Strömung hatte die Fahrt anstrengend werden lassen.Während ich meine Sachen die Böschung raufschleppte klarte das Wetter auf und der Zeltaufbau und das Einrichten erfolgte im Trockenen.
8.Tag Fort Selkirk
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Während des Abendessens in der großen Hütte lernte ich verschiedene andere Flußfahrer kennen.Unter anderem auch ein junges Paar.Wir sind uns auf dem Weg nach Dawson wiederbegegnet und haben die zwei letzten Tage zusammen verbracht.Das einzige was mich gestört hat war die Tatsache das der junge Mann mit Ausnahme der Mithilfe beim Zeltaufbau reinweg überhaupt nichts gemacht hat.Alles,vom Holzhacken, Essenzubereiten usw.wurde von der jungen Frau gemacht.Der Pascha hat sich komplett bedienen lassen.Wetter war sehr gut und daher habe ich den Tag in Selkirk verbracht und mich ein wenig erholt.
9.Tag Fort Selkirk - Kirkman Creek ca.130 km
Das der heutige Tag zu einer solchen Etappe werden würde war nicht geplant.Eigentlich wollte ich bis Coffee Creek.Dort hatte ich vor John Bodnarek zu besuchen.Er ist als Coffee John bekannt und Gäste sind bei ihm immer gern gesehen gewesen.Leider war er in der Zwischenzeit gestorben.So wurde aus dem Wiedersehen leider nichts.Die Strömung vor Selkirk ist stark und bleibt es auch lange.Daher war ich nach nur vier Stunden bereits in Selwyn.Der Platz ist stark zugewuchert und es gibt Unmengen an Moskitos.Dennoch fand ich hier eine 12 köpfige,geführte Gruppe vor.Nach einem Tee und zwei Minutos gings weiter.Nach etwa 2 Stunden holte ich das junge Paar aus Selkirk ein,die tags zuvor gestartet waren.Wir haben dann treibend und gelegentlich paddelnt die Strecke bis Coffee Creek zurückgelegt.Aufgrund der Breite des Yukon und des zum Teil heftigen Gegenwindes hats bis zum späten Nachmittag gedauert.Hier haben wir das Grab von John gleich auf der Uferanhöhe besucht.Nun war die Frage wo übernachten.Gemeinschaftlich haben wir uns geeinigt bis Kirkman Creek zu fahren.Hier haben die Bewohner die Wiese am Fluß sehr schön hergerichtet.Man kann hier Brot und einige Kleinigkeiten kaufen.Ganz neu war eine nette Hütte,die ich als erster eingeweiht habe.Wirklich spitze.Das Beste aber war,das uns beim Anlegen die beiden Hunden von John begrüßt haben.Die Familie hat die Hunde nach Johns Tod hier aufgenommen.
10.Tag Kirkman Creek - Sixty Mile River ca.80 km
Über diese Etappe gibts nicht viel zu berichten.Der Yukon wird breiter und zum Teilträger. Bei Meile 380 mündet von links der White River.Dieser Fluß bringt enorme Mengen an Sedimenten ein und der Yukon wird regelrecht grau.10 Meilen später erreicht man die Mündung eines weiteren Zuflüsses.Des Stewart River.Auch dieser Fluß ist zum Kanufahren gut geignet.Die Insel in der Mündung,wo einst etliche Häuser und ein Laden standen,war zum großen Teil weg.Eine Cabin hing zur Hälfte über dem Fluß.Das Ehepaar mit seiner Tochter die noch hier wohnten,werden wohl nicht mehr lange bleiben können.Wir sind nach einem kurzen Hallo dann weiter.Nachmittags erreichten wir die Mündung des Sixty Mile Rivers.Der schöne Zeltplatz den ich Jahre zuvor wegen anderer Leute nicht nutzen konnte war... komplett weg.Die gesamte Einmündung war eigentlich weggeschwemmt und zelten unmöglich.Aber direkt auf der Insel gegenüber fanden wir einen schönen,sandigen Platz.Den gibts vielleicht auch schon nicht mehr.Gerade beim Yukon sollte man sich auf alle älteren Beschreibungen nicht verlassen. Es ändert sich innerhalb kurzer Zeit vieles.Bis auf einen kernigen Streit zwischen den Beiden wars ein ruhiger Abend.
11.Tag Sixty Mile - Dawson ca.75 km
Die Hälfte des Tages regnete es die andere Hälfte schien die Sonne.Da es zum Abend hin wieder trüber wurde sind wir durch bis Dawson.Hotel war mir zu teuer und so wurde das sogenannte Hostel linksseitig des Flusses aufgesucht.Dieses sogenannte Hostel ist natürlich erheblich preiswerter als die Hotels.Die Einrichtung desselben allerdings recht rustikal.Das man das Wasser im Badehaus selbst mittels eines alten Zubers heißmachen muß ist in Ordnung und auch der überdachte Platz zum Kochen.Aber selbst für einfache Verhältnisse eklig waren die Pissoirs.Die Toilettenhäuschen waren allerdings relativ neu.Gut ist,das der Platz nur denen zugänglich ist die hier übernachten.So ist man vor Überraschungen ziemlich sicher.Der Vermieter ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.Wir haben uns zu dritt ein kleines Blockhaus genommen.Das Paar ist am nächsten Tag auf den großen Campground gewechselt.Ich wollte eigentlich in der Hütte noch die zwei Nächte bis zur Rückfahrt nach Whitehorse bleiben.Aber der gute Mann verlangte von mir den kompletten Preis für die Hütte,obwohl das Hostel bei weitem nicht ausgelastet war.Daher bin ich dann auch noch mal ins Zelt gewechselt.Die zwei Tage in Dawson vergingen mit den üblichen Vergnügungen schnell und nach der Busfahrt nach Whitehorse war ich noch eine Nacht im Bonanza Inn.Hier spielte abends eine Spitzenband "Mountain Music".Eine schöner Abschluß einer Kanufahrt bei der lediglich das Wetter etwas besser hätte sein können.
Eine gute Beschreibung des Flusses ist :
Pelly River by Mike Rourke erschienen in Rivers North Publications
Box 151 Houston B.C. VOJ 1ZO
ISBN 0-920655-03-3 Preis etwa 12,-Can$